„Mare“ – Der neue Schweizer Kinofilm

Der Film von Andrea Staka wurde an der Berlinale 2020 als Weltpremiere gezeigt.

Inhalt:

Mare braucht einen neuen BH und auch die Waschmaschine müsste erneuert werden. Sie möchte einen vernünftigen Schulabschluss für die Kinder, wünscht sich, dass ihr Mann sie öfter ins Kino ausführt und will eigentlich wieder arbeiten gehen. Routiniert, aber engagiert, schmeißt sie den Haushalt ihrer Kleinfamilie mit bescheidenen Mitteln. Als ein namenloser Neuer im Ort auftaucht, wird klar, dass Mare nicht nur materielle Begehrlichkeiten umtreiben. Sie zögert nicht lange.

In ihrer dritten Zusammenarbeit mit Hauptdarstellerin Marija Škaričić präsentiert Andrea Štaka einen direkten, sehr physischen Film. Während über einem kleinen Ort tagein, tagaus die Flugzeuge vom Flughafen Dubrovnik in den blauen Himmel starten, bleibt die Kamera mit ihrer Protagonistin am Boden. Mares Familie zankt und rauft, scherzt und herzt sich. Konflikte werden zwischen Küche, Bad und Einkauf so schnell aufgeworfen, wie sie sich wieder verflüchtigen. Für geschliffene Worte bleibt keine Zeit in einem Alltag, der von Notwendigkeiten bestimmt wird, und die Impulsivität, mit der Mare ihre neu entfachte Libido auslebt, braucht hier zunächst keine Rechtfertigung.